Phoenix [Film]

von Christian Petzold ; Drehbuch Christian Petzold ; Mitarbeit Harun Farocki ; nach Motiven des Romans "Le retour des cendres" von Hubert Monteilhet

Christian Petzold erzählt in seinem Film "Phoenix" mit den Mitteln von Melodram und Film noir über den Holocaust. Authentifizierungsbilder des Grauens sucht man hier vergebens: Der Holocaust wird mit den Mitteln des Melodrams und des Film noir in die unmittelbare Nachkriegszeit gehoben, er ist Hintergrund für eine Geschichte um Begehren und Betrug, um Verführung und Manipulation. Schon ein paar Monate früher, im Juni 1945, hat eine Freundin, die bei der Jewish Agency arbeitet, sie nach Berlin zurückgebracht. Ihr Kopf war da noch vollständig in Verband gehüllt; die Stadt in Trümmern, Nellys Gesicht entstellt. Ein Chirurg rekonstruiert ihre alte Schönheit. So erkennt sie nicht einmal ihr nichtjüdischer Mann Johnny wieder. Er hält sie vielmehr, als er sie in einer Bar wiedertrifft, für eine Person, die seiner totgeglaubten Ehefrau zufällig ähnlich sieht. Durch ihre gewagten Referenzen beleuchten Regisseur Petzold und sein langjähriger dramaturgischer Berater, Harun Farocki, die Stunde Null auf eine im Kino so noch nicht gesehene Weise: als Moment des kunstvoll gekitteten Bruchs, der fortgesetzten Verblendung und des rauschhaften Selbstbetrugs.

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